Alterung

Die Alterung von Magneten

Im Grunde altert ein Magnet nicht. Unter Idealbedingungen behält ein Magnet seine magnetischen Eigenschaften unendlich lange bei.
Es gibt jedoch Einflussfaktoren, die eine Verringerung oder die komplette Abnahme der magnetischen Eigenschaften zur Folge haben.
Folgend werden diese Einflussfaktoren im Einzelnen beschrieben:

Entmagnetisierung

Magnetwerkstoffe erhalten ihre magnetischen Eigenschaften durch ein starkes äußeres Magnetfeld. Ist ein Magnetwerkstoff einmal aufmagnetisiert, können diese magnetischen Eigenschaften nicht mehr geändert werden. Wirkt auf einen bereits aufmagnetisierten Magneten ein stärkeres äußeres Magnetfeld kommt es zu einer Entmagnetisierung des Magneten. Somit verliert der Magnet seine Eigenschaften und kann auch nicht noch einmal aufmagnetisiert werden.

Temperatur

Alle Magnetwerkstoffe haben eine maximale Einsatztemperatur. Diese wird als Curietemperatur bezeichnet. Sollte ein Magnet dieser oder einer höheren Temperatur ausgesetzt sein verliert er seine magnetischen Eigenschaften. Dieser Verlust geschieht nicht sofort sondern schleichend. Der Temperaturbeiwert definiert diesen Abfall der magnetischen Eigenschaften mit immer höher steigender Temperatur. So können Neodym-Magnete beispielsweise nur bis zu einer Temperatur von 80°C genutzt werden. Es gibt jedoch Möglichkeiten, diese Temperaturbeständigkeit etwas zu erhöhen, zum Beispiel durch eine spezielle Legierung.

Schock oder Zersplitterung

Ferrit-Magnete, Samarium-Cobalt-Magnete und AlNiCo-Magnete sind anfällig gegenüber Erschütterungen. Sollten diese herunterfallen, kann es zu einer Veränderung deren Ordnung und Abnahme ihrer magnetischen Eigenschaften kommen.
Hier bilden nur die Neodym-Magnete eine Ausnahme. Sie erfahren auch bei Erschütterung keine Abnahme.

Herunterfallende Magneten können auch zersplittern. Das hat nicht immer gleich einen Verlust ihrer magnetischen Eigenschaften zur Folge, sondern die einzelnen Splitter werden zu kleinen Magneten mit einer schwächeren Haftkraft. Sie haben danach aber trotzdem andere magnetische Eigenschaften als zuvor.

Chemische Zersetzung

Durch Oxidation fangen Magneten an zu korrodieren und es kommt zur Rostbildung. Dadurch verliert der Magnet mit der Zeit seine magnetischen Eigenschaften und wird komplett zersetzt. Um diesem Risiko aus dem Weg zu gehen, sollten Magneten immer trocken gelagert werden.

Radioaktivität

Ein sehr unwahrscheinlicher, aber möglicher Einflussfaktor ist Radioaktivität. Durch die radioaktive Strahlung kommt es zu Gefüge-Veränderungen und zum Verlust der magnetischen Eigenschaften im Magneten.

Korrosion von Neodym-Magneten (links) und Ferrit-Magneten (rechts).
Im Bild sieht man, dass Neodym-Magnete korrodieren, wenn sie Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Ferrit-Magnete weisen hingegen nur eine leichte Verkalkung auf.